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Wanderlust

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Ein einsamer Wanderer in den Karpaten musste durch zahlreiche Bäche waten; bis er zum Gerlachovský štít kam, und eine Frau sich nahm. Er hat es ihr nie verraten. Copyright 2026. All Rights Reserved (Texte und Fotografie

Dunkler Traum

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Blut frisst sich durch Straßen Als grölender Fanatismus Angst und Grauen sind In Gesichter gepeitscht Rabenträume graben sich Tief in die Komastädte Hilflos dem Videoblick Der Passanten ausgesetzt Am windgeschützten Ast Schaukeln gerötete Äxte Entladen sich wütende Strahlen Einsam verglühender Pixel Die Jagd ist eröffnet Und Hörner rufen laut Lauernde Ratten Den Menschen ins Haus Wer atmet noch In den dampfenden Schächten Voll geschändeter Leiber Und gebrochener Augen Krank vor Erschöpfung fließen rotgefleckte Tränen tief in den Assassinentopf Babylons: Verrückte Freude Copyright 2026. All Rights Reserved (Text © HW Jardner, Fotografie © R. Dittmer)

Der leere Kreis

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Ein Pinselstrich folgt schweigend seinem Lauf, ein Anfang, irgendwo ein Ende. Der Atem fließt ganz leise, löst sich auf, wenn Stille spiegelt leere Wände. Ein Kreis im Sand, ein Windhauch wischt ihn fort, sodass was ist, gleich darauf verschwindet. Kein Ziel, kein Weg, kein Name und kein Ort, wenn alles Sein erscheint für wenige Sekunden. Der Kreis bleibt offen, rund und still, ein Atemzug, der nichts behalten will. Die Form ist da, und weicht zugleich, wenn Denken stockt, Bezeichnen weicht. Copyright 2026. All Rights Reserved (Text HW Jardner; Kalligraphie H. Jardner)

Frisierte Gedanken

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1 Als du mich küsstest, fielen Sternschnuppen herab, die meine Haare in Brand setzten. Die Wärme deines Feuers wärmte noch die Menschen in meiner Nähe. 2 In der Kälte der Luft werden meine Gedanken zu Eiszapfen am Brückengeländer. Schwäne erfreuen sich an den langsam fallenden Tropfen, mit denen meine Empfindungen die Zeit durcheilen. Du aber bringst mir die Schönheit des Herbstes zurück, der in deinen Augen überlebt. 3 Als der Tee abzukühlen begann, zogen wir uns unter die Bettdecke zurück, damit die Wärme unserer Körper uns den Frühling zurückgeben konnte. Zwischen den Falten der Decke fanden wir Tankstellen des Übermuts. 4 Ich lache hinter dem Rauch meiner Zigarette her. Kinder spielen im Garten mit dem Sommer verstecken, um ihn aus der Tiefgarage der Erinnerung hervorzulocken. Die Zigarette erlischt, der Sommer ist zwischen den Kindern eingeschlafen, die erwachsen wurden. 5 In den Gewölben der Nacht rufen Eulen nach den Blumen des So...

Das Jahr erwacht

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Ein Schleier fällt, die Nacht entfleucht, Am Horizont ein gold'nes Schimmern. Die Zeit, ein Strom, der leise seufzt: Hinaus, wo ferne Sterne flimmern. Das neue Jahr, ein zarter Traum, Geboren aus des Schleiers Schoß, Es streckt sich wie ein junger Baum, Sein Haupt noch Dunst und Schatten bloß. In stillen Rätseln webt es fort, Ein Ruf, der keine Antwort kennt. Noch flüchtig lockt des Schicksals Wort, Ein Stern, der in der Ferne brennt. Copyright 2026. All Rights Reserved (Texte und Fotografie

Cum-Ex

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Ein Spekulant aus Saarbrücken, kannte alle Tricks und Tücken. Verschaffte sich Zaster, Yen, Rubel, Piaster und tanzte dem Staat auf dem Rücken. Copyright 2026. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Die Frau des Piloten

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Am Morgen lehnt sie still im fahlen Licht, der Tee wird kalt, die Uhr zieht kleine Kreise. Ein ferner Wind streift leise ihr Gesicht, und irgendwann beginnt die nächste Reise. Sie zählt die Kreise überm grauen Meere, der Rotor malt aus Lärm ein schäumend Band. Sein Brief liegt offen noch in ihrer Hand, der Text verschwimmt in dieser weißen Leere. Am Abend sammelt sich am Himmel matte Glut, ihr Lächeln irrt allein durch dunkle Straßen. Die Stadt bewahrt den Traum in bunten Blasen, und jeder Blick vergießt der Sonne letztes Blut. Im Zimmer wächst der Staub aus Schweigen, die Lampe tanzt im Schatten einen Reigen. Der Sound von Flügeln, ferne in der Nacht, berührt ihr Herz aus Glas in stiller Wacht. Copyright 2026. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Neujahrsgruß

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Ein neues Jahr spaziert herbei, Ganz frisch, noch unbenutzt und rein. Es trägt im Blick den Schalk dabei, Als wollt es sagen: „Deins und meins!“ Doch mahnt es dich, ganz leicht verschmitzt: „Sei klug, sonst stolperst du - vielleicht! Die Zeit, sie bleibt nicht ungenutzt, Wenn du sie füllst, ist sie erreicht.“ Drum pack es an, sei bunt, sei heiter, Und stolperst du, lach einfach mit. Das Jahr, es rollt, es tanzt gern weiter, Und wartet nicht auf deinen Schritt. s Copyright 2026. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Jahreszeit

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Draußen explodiert der Himmel in wilder Pracht. Noch ein Jahr verblasst. Eiskalte Träume wehen Nachts durch meinen Schlaf. Gibt es noch Hoffnung? Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Urban Christmas

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Die Straßen glitzern, starr vor Frost und Licht, Laternen weben gold'ne Nebelschleier. Die Städte ruh’n, wie schweigende Gemäuer, Ein Hauch von Kälte streichelt mein Gesicht. Mein Atem steigt, ein Flirren in der Luft, Die Häuser schweigen, Schatten huschen sacht. Die Welt erlischt in frostgekühlter Nacht, Die Stadt ein Meer aus Reif, ein kalter Kuss. Doch in den Gassen, hinter milch'gen Scheiben, Erblüht das Leben, warm und voller Klang. Der Frost kann nicht der Herzen Glut vertreiben. Lachen plätschert, ein Stern am Himmel wacht, Der Winter hält die Stadt im kalten Bann, Und doch ist Wärme in ihr - wunderbar. Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Im Märchen

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Einst kamen vier Zwerge nach Bingen, um eine Prinzessin zu erringen. Hoch über dem Turm drohten Drachen, und den Helden verging das Lachen. Da begann der Jüngste zu singen. Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Liebes Lied

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[ dich zu ] lieben ist samt auf der haut [ dich zu ] fühlen ist eis, bis es taut [ dich zu ] fühlen bringt wünsche ans licht [ dich zu ] küssen ist feuer das zischt [ dich zu ] küssen gießt sterne ins herz [ dich zu ] missen birgt manchen schmerz [ dich zu ] missen löscht der sonne glanz [ dich zu ] lieben ist des lebens tanz Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Karroo-Bar intim

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Heute abend schon wieder - - Kneipe immer dasselbe Stimmung bekannt vertraut. Und heute kein Mensch den du kennst was machst du hier - allein mit wem redest du willst du reden überhaupt. Überhaupt wenn dieser Dylan nicht wäre wärst du längst gegangen. Aber so ziehst du dir ein Bier nach dem anderen ´rein. Das Gefühl da will dich jemand anmachen Blicke meterweit weg Unsicherheit mehr aber auch Trägheit und keine Ahnung ob du richtig liegst. Das dringende Bedürfnis abzuhauen um Pattie Smith zu hören die Rimbaud liebt der schreibt: „Wir wissen, wie wir unser Leben geben – täglich.“ Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Astro-Limericks

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Die greise Astrologin aus Hagen verstand meisterlich Karten zu schlagen Doch den ersehnten Trumpf, verbarg schnell sie im Strumpf, denn der vermocht nichts auszusagen. Ein pfiffiger Gauner aus Herne befragte klammheimlich die Sterne. Vom Himmel sprach Mars, gelangweilt, das wars, ihr könntet mich alle mal gerne. Mit Mars ist das so eine Sache – wobei ich ganz herzlich lache! Denn dieser Planet, der zum Streit ausgeht, fällt auf den Arsch mit Gekrache. Vorbei schaut ein Meister aus Bochum, der ordnet sein Astrolabium, erstaunt über Neptuns Ausflug, der im Netz ziemlich hart aufschlug. Ist das Web nicht Uranus Besitztum? Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Abstinenz

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Computer-Crash und Glühweinsause Wer bliebe da schon gern zu Hause Die Zeit verstreicht auf ihre Weise Und Tage sterben still und leise Die Technik ist ein tückisch Wesen Kann jeder in der Zeitung lesen Das Internet, ist es blockiert, Macht manchen Austausch kompliziert Die Dichtung muss derweil verzichten Von ihrem Fortgang zu berichten Der Dichter wird sich darin fügen Muss sich mit Eigenlob begnügen Denn letztlich ist es einerlei Ob Marktplatz, Forum, Einsied'lei Denn haben Verse dich gefunden Bist mit der Welt du doch verbunden Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Wintersonett

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Im Frost erstarrt die Welt in kaltem Glanz, Die Felder ruhen still, wie ausgemalt. Kein Laut, kein Hauch, kein ferner Widerhall, Nur Schnee, der funkelt wie ein Sternentanz. Der Schritt ist schwer, die Zeit erscheint gefroren, Kein Pfad führt weiter, alles liegt verschneit. Doch ahnt mein Herz in dieser weißen Zeit, Ein neuer Morgen wird aus Nacht geboren. Was schläft, erwacht; was ruht, wird neu entstehen Und jede Flocke flüstert still das Wort: Wo Schnee jetzt liegt, wird bald es Leben geben. So schreite ich, vom Winter fest umarmt, Mein Blick enteilt, mein Wunsch von Hoffnung warm, Ein Neubeginn zieht mich ganz sacht hinfort. Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Die Progressiven

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Sie schauen die Zukunft in hellem Licht Sie wissen, dass die Welt genesen kann Sie kümmern die Regeln von gestern nicht Und marschieren voraus, sie schreckt kein Zwist Sie wissen, dass die Welt genesen kann Sie fliehen die Kämpfe und Prüfungen nicht Sie marschieren voraus, sie schreckt kein Bann Und erfüllen mit Herzblut ihre moralische Pflicht Sie fliehen die Kämpfe und Prüfungen nicht Sie scheitern zuletzt ohne Klagegesang Sie erfüllen mit Herzblut ihre moralische Pflicht Und lehren die Menschen den aufrechten Gang Sie scheitern zuletzt ohne Klagegesang Sie lassen von ihren Träumen noch nicht Sie lehren die Menschen den aufrechten Gang Und schauen die Zukunft in hellem Licht Die Konservativen Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Berliner Fenster

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Drei junge Männer aus Wuppertal trafen sich gestern zum ersten Mal. Nun liegen sie tot im Garten, während ihre Liebsten auf sie warten. Vom Kirchturm verkündet's ein Hahn. Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Child in Time

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In der Weide raunt der Wind Und die Blätter rascheln leise Am Fuß des Baumes schläft ein Kind Das singt im Traum auf seine Weise Es träumt von einer langen Reise Gefühl und Herz sind ganz entrückt Es gleitet durch die Zeit ganz leise Und nie führt es der Weg zurück Es träumt sich einen Pfad entlang Seit langem hört es den Gesang Der führt in einen fernen Garten Wo andere Träumer auf es warten Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Eskapaden

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langsam kommt das eis und gräbt tiefe furchen ein so leer scheint das glück denn anders als gestern trägt der nahe winter nun keine maske mehr der alte zausel hat den teppich des sommers heimlich zerschnitten und im finsteren tal verzehrt sich der wanderer nach der sonne Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Winters Tod

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Der Winter kam einst nach Berlin und legte zum Sterben sich hin. Als er sein Leben aushauchte, sangen die Spatzen, dass ihn's graute. Denn ihr Frühlingslied machte Sinn. Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Frau D´s Dilemma

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„Schizoaffektiv!“ sagt der Arzt, und greift hinter sich in den Medikamentenschrank. Der Frau, die vor ihm steht, schaut er dabei nicht in die Augen. „Kein Problem“, sagt der Arzt, und reicht ihr lässig eine bunte Kapsel. Jetzt muss sie nur noch schlucken. Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Aus

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Unverhofft und plötzlich verweigerte ich mir den Dienst ich war mir längst einig den Tyrannen zu entmachten Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)

Odysseus

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Schnell treiben Windböen die Wogen der Brandung entgegen weiß schäumend zerstiebt die Gischt am harten Fels Ein Augen-Blick schimmernden Samtes blitzt koboldhaft hervor aus brauner Tiefe kühlende Tropfen glitzerndes Nasses benetzen die zuckenden Lippen Einladend die Lichtung, festlich geschmückt der Hain Nausikaa kommt und verweilt für Anna Copyright 2025. All Rights Reserved (Texte und Fotografie)