Die Frau des Piloten


Am Morgen lehnt sie still im fahlen Licht,
der Tee wird kalt, die Uhr zieht kleine Kreise.
Ein ferner Wind streift leise ihr Gesicht,
und irgendwann beginnt die nächste Reise.

Sie zählt die Kreise überm grauen Meere,
der Rotor malt aus Lärm ein schäumend Band.
Sein Brief liegt offen noch in ihrer Hand,
der Text verschwimmt in dieser weißen Leere.

Am Abend sammelt sich am Himmel matte Glut,
ihr Lächeln irrt allein durch dunkle Straßen.
Die Stadt bewahrt den Traum in bunten Blasen,
und jeder Blick vergießt der Sonne letztes Blut.

Im Zimmer wächst der Staub aus Schweigen,
die Lampe tanzt im Schatten einen Reigen.
Der Sound von Flügeln, ferne in der Nacht,
berührt ihr Herz aus Glas in stiller Wacht.


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